111 Schüler entdecken die Dürre Liesing beim Gewässerprogramm „Gewässer Leben Entdecken“
An insgesamt vier Projekttagen nahmen acht Schulklassen mit 111 Schüler:innen der Naturpark-Schule Kaltenleutgeben am naturpädagogischen Programm „Gewässer Leben Entdecken“ an der Dürren Liesing teil. Gemeinsam mit den Naturvermittler:innen des Landschaftspflegevereins Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken erforschten die Kinder den Lebensraum Bach und lernten auf spielerische Weise die faszinierende Welt der Gewässerökologie kennen.
Gewässerwissen spielerisch festigen
Den Einstieg jedes Programmtages bildete ein KIM-(Keep in Mind)-Spiel, das die Neugier der Schüler:innen weckte und sie spielerisch an das Thema Gewässer heranführte. Verschiedene Alltagsgegenstände – darunter eine Gießkanne, eine Cola-Dose, ein Spielzeug-Biber oder ein Schiff – dienten als Ausgangspunkt, um erste Zusammenhänge rund um das Thema Wasser zu entdecken. So stand die Gießkanne für den sorgsamen Umgang mit der begrenzten Ressource Süßwasser, während die Cola-Dose auf das Problem von Müll in und entlang unserer Gewässer aufmerksam machte. Gemeinsam überlegten die Kinder, welche Bedeutung die einzelnen Gegenstände für Gewässer und deren Schutz haben und sammelten so bereits zu Beginn wichtige Erkenntnisse für den weiteren Programmverlauf.
Wasser – eine wertvolle Ressource
Anschließend beschäftigten sich die Schüler:innen mit dem Wasserkreislauf sowie der Herkunft unseres Trinkwassers. Dabei wurde deutlich, dass Süßwasser eine wertvolle und begrenzte Ressource ist. Außerdem erfuhren die Kinder, welche Auswirkungen verbaute und regulierte Gewässer auf Hochwasserschutz und biologische Vielfalt haben können und warum naturnahe Bäche für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten unverzichtbar sind.
Faszinierende Vielfalt unter der Wasseroberfläche
Anschließend ging es mit Keschern, Kübeln und Wannen in die Dürre Liesing. Mit großer Begeisterung machten sich die Schüler:innen auf die Suche nach den Bewohnern des Baches und wurden schnell fündig. Unter anderem entdeckten sie Bachflohkrebse (Gammarus fossarum), Libellenlarven (Odonata), Köcherfliegenlarven (Trichoptera), Steinfliegenlarven (Plecoptera) sowie Pferdeegel (Haemopis sanguisuga). Die gefundenen Tiere konnten unter dem Mikroskop genau betrachtet werden, während die Naturvermittler:innen spannende Hintergründe zu den einzelnen Arten erzählten
Ein besonderes Highlight waren die Signalkrebse (Pacifastacus leniusculus), die während der Exkursionen entdeckt wurden. Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Krebsart zählt zu den invasiven Arten und stellt eine Bedrohung für heimische Flusskrebse dar. Die Funde boten eine ideale Gelegenheit, mit den Kindern über invasive Arten und deren Auswirkungen auf unsere heimischen Ökosysteme zu sprechen.
Lernen mit Spiel und Bewegung
Natürlich kamen auch Spiel und Bewegung nicht zu kurz. Beim „Wasserspinnen-Spiel“ schlüpften die Kinder selbst in die Rolle von Bachflohkrebsen und erfuhren auf spielerische Weise, wie eng die verschiedenen Tierarten eines Gewässers miteinander vernetzt sind.
Natur erleben – Natur verstehen
Die vier Projekttage zeigten eindrucksvoll, wie vielfältig und spannend naturnahe Gewässer direkt vor unserer Haustür sind. Gleichzeitig wurde den Schüler:innen vermittelt, dass bereits kleine Maßnahmen im Alltag – etwa ein bewusster Umgang mit Wasser oder das Vermeiden von Müll in der Natur – einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Gewässer und ihrer Artenvielfalt leisten können.
Das naturpädagogische Programm „Gewässer Leben Entdecken“ ist Teil der Initiative „Wasser voller Leben“, mit der BIPA und die Naturparke Österreich das Bewusstsein von Kindern an Naturpark-Schulen und -Kindergärten für Wasser als wertvolle Ressource und vielfältigen Lebensraum stärken. Im Rahmen der diesjährigen Initiative werden 19 Projekte in 16 Naturparken mit insgesamt 30.000 Euro gefördert. Zusätzlich werden das Programm und das Projekt vom Land Niederösterreich und der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) finanziert. Die nationale Kofinanzierung erfolgt zum Teil durch den Naturpark Föhrenberge gemeinsam mit seinen 17 Naturpark- und Mitgliedsgemeinden. Die Umsetzung der Bildungsaktivität übernimmt der Landschaftspflegeverein im Auftrag des Naturparks Föhrenberge.