"Unser Naturpark" - Fortbildung für die Naturpark-Schule Gumpoldskirchen

Fortbildung „Unser Naturpark“ für die Naturpark-Schule  Gumpoldskirchen

Am 25. März kamen elf engagierte Pädagoginnen der Naturpark-Schule Gumpoldskirchen am Kalenderberg zusammen, um gemeinsam an unserer Fortbildung „Unser Naturpark“ teilzunehmen und den Naturpark Föhrenberge aus nächster Nähe kennenzulernen.

Der Nachmittag begann am Fuße des Kalenderbergs mit einem gemeinsamen Aufstieg zum Schwarzen Turm. Schon auf dem Weg hinauf bot sich den Teilnehmerinnen ein erster Vorgeschmack auf den Frühling: eingige Frühlingsblüher säumten den Weg, darunter auch der Dirndlstrauch (Cornus mas), dessen leuchtend gelbe Blüten den Insekten bereits als erste Nahrung dienen.

Die Geschichte des Kalenderbergs

Oben angekommen, wurde zunächst die beeindruckende Aussicht über den Kalenderberg und die umliegende Landschaft genossen. Anschließend nahm Naturpädagogin Sarah Leischner (Landschaftspflegeverein für den Naturpark Föhrenberge) die Gruppe mit auf eine kleine Zeitreise durch die Geschichte des Kalenderbergs.

Der Name „Kalenderberg“ geht ursprünglich auf den Begriff „kahler Berg“ zurück, da das Gebiet durch jahrhundertelange Beweidung kaum bewaldet war. Anfang des 19. Jahrhunderts erwarb Fürst Johann I. von Liechtenstein das Areal vom Kalenderberg bis nach Sparbach – der Legende nach als Weihnachtsgeschenk an sich selbst. Dort ließ er den ersten „englischen Landschaftsgarten“ Österreichs errichten. Mit seiner romantischen Gestaltung, versteckten Blickachsen und fantasievollen Bauwerken sollte er den Wienerinnen und Wienern als Erholungsraum dienen – eine Funktion, die das Gebiet bis heute erfüllt. Dass dieser wertvolle Natur- und Erholungsraum erhalten blieb, ist unter anderem dem Einsatz des Journalisten und späteren Mödlinger Bürgermeisters Josef Schöffel zu verdanken, der sich erfolgreich gegen den Verkauf großer Teile des Wienerwaldes einsetzte.

Der Naturpark und seine 4-Säulen-Philosophie

Im nächsten Programmpunkt widmeten sich die Teilnehmerinnen der Frage: „Was ist eigentlich ein Naturpark?“ Gemeinsam wurden die wichtigsten Merkmale und Voraussetzungen österreichischer Naturparke erarbeitet und der Unterschied zu Nationalparken besprochen.

Ein besonderer Fokus lag auf der 4-Säulen-Philosophie der Naturparke: Schutz, Bildung, Erholung und Regionalentwicklung. Damit auch Bewegung und aktive Beteiligung nicht zu kurz kamen, konnten die Pädagoginnen verschiedene Gegenstände den vier Säulen zuordnen – eine spielerische Methode, die sich auch hervorragend für die Arbeit mit Schulklassen eignet.

Lebensräume und Arten im Naturpark Föhrenberge

Im Anschluss wurde der Naturpark Föhrenberge mit seinen vielfältigen Lebensräumen vorgestellt. Besonders im Mittelpunkt standen drei charakteristische Lebensräume: naturnahe Wälder, Magerwiesen und Trockenrasen sowie die für die Region typischen Weingärten. Gemeinsam wurde erkundet und besprochen, welche besonderen Tier- und Pflanzenarten dort vorkommen – allen voran natürlich die namensgebende Schwarzföhre (Pinus nigra), die das Landschaftsbild des Naturparks entscheidend prägt.

Forschen im Trockenrasen

Zum Abschluss durften die Lehrerinnen selbst zu Forscherinnen werden. Am Trockenrasen lernten sie den richtigen Umgang mit Becherlupen und begaben sich auf eine kleine Entdeckungstour. Dabei konnten unter anderem die seltenen und schützenswerten Kuhschellen (Pulsatilla grandis), Hummelköniginnen sowie sogar eine Smaragdeidechse (Lacerta viridis) beobachtet werden – ein eindrucksvoller Abschluss der Fortbildung.

Warum Fortbildungen im Naturpark Föhrenberge?

Der Naturpark Föhrenberge arbeitet seit der Auszeichnung der ersten Naturpark-Schule im Sommer 2025 eng mit Bildungseinrichtungen der Region zusammen. Mittlerweile sind bereits sechs Naturpark-Bildungseinrichtungen Teil dieses Netzwerks. Ziel dieser Kooperation ist es, Natur- und Umweltbildung direkt vor der eigenen Haustür erlebbar zu machen und den Naturpark als lebendigen Lernraum in den Schulalltag zu integrieren.

Damit Pädagoginnen und Pädagogen den Naturpark mit all seinen Besonderheiten gut kennenlernen und die Naturpark-Idee authentisch in ihren Unterricht einbringen können, organisiert der Naturpark Fortbildungen. Diese bieten nicht nur fachlichen Input zu Natur, Landschaft und Geschichte der Region, sondern auch praktische Ideen für die Arbeit mit Kindern im Freien. So wird der Naturpark selbst zum Klassenzimmer – und die Begeisterung für Natur und Landschaft kann direkt an die nächste Generation weitergegeben werden.