Die Naturpark-Schule Roseggergasse entdeckt die Naturwiesen im Begrischpark
Gemeinsam mit 189 Schüler:innen der Naturpark-Schule Roseggergasse startete unser naturpädagogisches Programm „Wiesen entdecken“ voller Forschungsdrang in die zweite Runde. Zusammen mit Naturvermittler:innen des Landschaftspflegevereins machten sich die Schüler:innen auf eine spannende Entdeckungsreise in den Lebensraum Wiese und erfuhren gleichzeitig mehr über die Geschichte des Begrischparks in Perchtoldsdorf.
Eine Reise durch die Geschichte des Begrischparks
Mit einer fantasievollen Zeitreise ging es rund 270 Jahre zurück: Vom offenen Heidegebiet über die ersten Föhrenwälder und die Gestaltung durch den Verschönerungsverein bis hin zum heutigen Erholungsraum konnten die Kinder die Entwicklung des Begrischparks hautnah miterleben. Besonders spannend war die Erkenntnis, dass die heutigen Naturwiesen - Teil des Insektenhighways - durch das Mähen einmal pro Jahr vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten wieder wertvollen Lebensraum bieten.
Was macht eine Wiese eigentlich aus?
Anschließend beschäftigten sich die Kinder im Detail mit dem Lebensraum Wiese. Fragen wie „Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Weiden und Wiesen?“, „Sind Wiesen natürliche Lebensräume?“ oder „Wofür nutzt ein Bauer seine Wiesen?“ wurden gemeinsam erarbeitet und diskutiert. Um das Thema spielerisch aufzulockern, kam das beliebte KIM (Keep in Mind)-Spiel zum Einsatz: Die Kinder stellten verschiedene Gegenstände wie Traktor, Biene, Pferd, Hundekot oder Getränkedose pantomimisch dar und überlegten anschließend gemeinsam, welche Verbindung diese mit der Wiese haben.
Auf den Spuren der Schmetterlinge
Spielerisch konnten die Kinder bei einem Bewegungsspiel selbst erleben, wie schwierig es für manche Schmetterlingsarten wird, geeignete Lebensräume zu finden, wenn immer mehr Grünflächen verbaut oder zu häufig gemäht werden.
Die Wiese als mehrstöckiges Zuhause
Auch der „Stockwerkbau“ einer Wiese wurde entdeckt: Die Kinder lernten die verschiedenen Lebensräume von der Bodenschicht bis zur Blütenschicht kennen und erfuhren, warum das regelmäßige Abmähen einer Wiese vielen Tieren einen geeigneten Lebensraum nimmt. Viele Insekten sind nicht nur an bestimmte „Stockwerke“ der Wiese angepasst, sondern oft auch auf ganz spezielle Pflanzen angewiesen. Wie groß die Pflanzenvielfalt in einer Wiese sein kann – konnten die Kinder während des Erstellens eine Wiesenbildes erfahren. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen – bis zu 38 unterschiedliche Wiesenpflanzen wurden von den Schüler:innen entdeckt. Eine großartige Leistung!
Junge Forscher auf Insektensuche
Das große Highlight war schließlich die gemeinsame Insektensuche mit Becherlupen. Schon nach wenigen Minuten wurden zahlreiche spannende Tiere entdeckt: junge Kurz- und Langfühlerheuschrecken, Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni), Bläulinge (Lycaenidae), Krabbenspinnen (Thomisidae), Feuerwanzen (Pyrrhocoridae) und vieles mehr. Besonders erfreulich war auch die Beobachtung einiger Segelfalter, die rund um die Wiese unterwegs waren. Unsere Naturvermittler:innen unterstützten die Kinder beim Bestimmen der Tiere und sorgten mit spannenden Fakten für viele staunende Gesichter.
So wurden die gemeinsamen Vormittage zu einem lebendigen, bewegungsreichen und abwechslungsreichen Erlebnis voller spannender Entdeckungen, neuer Eindrücke und großer Begeisterung für die faszinierende Welt der Wiesen und ihrer Bewohner.
Der seit 2020 bestehende Perchtoldsdorfer Insekten-Highway ist ein mehrfach ausgezeichnetes Vorzeigeprojekt zur Förderung der Artenvielfalt im Siedlungsraum. Durch naturnahe, nur 1-2 mal im Jahr gemähte Wiesen im Ortsgebiet werden wertvolle Lebensräume geschaffen und wertvolle Naturräume miteinander vernetzt. Der Begrischpark bildet dabei einen wichtigen Trittstein zwischen der Perchtoldsdorfer Heide und dem Hochberg. Die angepasste Wiesenpflege mit später Mahd ermöglicht zahlreichen Wildbienen, Schmetterlingen, Heuschrecken und anderen Insekten ihre vollständige Entwicklung und hat bereits bemerkenswerte Erfolge wie die Wiederansiedlung seltener heimischer Pflanzenarten darunter vier Orchideenarten ermöglicht. Der Insektenhighway leistet dadurch einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der regionalen Biodiversität im Naturpark. Mehr zum Insektenhighway
Das naturpädagogische Programm „Wiesen entdecken“ wird vom Land Niederösterreich und der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) finanziert. Die nationale Kofinanzierung erfolgt zum Teil durch den Naturpark Föhrenberge gemeinsam mit seinen 17 Naturpark- und Mitgliedsgemeinden. Die Umsetzung der Bildungsaktivität übernimmt der Landschaftspflegeverein im Auftrag des Naturparks Föhrenberge.