Kleine Forscher ganz groß – Insekten entdecken im Klassenzimmer der Natur
87 neugierige Kinder aus acht Gruppen des Naturpark-Kindergartens Parkweg in Gumpoldskirchen machten sich im September auf den Weg ins Klassenzimmer der Natur. Dort drehte sich alles um die faszinierende Welt der Insekten und die Frage, warum artenreiche Wiesen zu den wertvollsten Lebensräumen unserer Kulturlandschaft zählen.
Wiesen voller Leben
Schon zu Beginn begaben sich die jungen Naturforscher auf eine spannende Reise durch die Welt der Wiesen. Gemeinsam wurde überlegt, was eine Wiese eigentlich ausmacht und warum dort so viele unterschiedliche Tiere leben können. Die Kinder erfuhren, dass eine Wiese mit vielen verschiedenen Pflanzen zahlreichen Insekten und anderen Krabbeltieren Nahrung und Lebensraum bietet. Je vielfältiger eine Wiese ist, desto größer kann auch ihre Artenvielfalt sein.
Die faszinierende Welt der Insekten
Anschließend wurde gemeinsam erforscht, was ein Insekt eigentlich ausmacht. Welche Insekten kennen die Kinder bereits? Wo haben sie diese schon einmal entdeckt? Und woran können wir erkennen, ob ein Tier tatsächlich ein Insekt ist?
Mit anschaulichen Materialien fanden die Kinder schnell heraus: Alle Insekten besitzen sechs Beine, einen dreigeteilten Körper und zwei Fühler.
Besonders spannend war auch der Blick auf die Entwicklung der Insekten. Am Beispiel des Schmetterlings und des Marienkäfers lernten die Kinder die verschiedenen Entwicklungsstadien vom Ei bis zum erwachsenen Tier kennen und staunten darüber, wie unterschiedlich sich Insekten im Laufe ihres Lebens verändern.
Bevor es selbst auf die Suche ging, wurde noch ausprobiert, wie unterschiedlich sich Insekten über eine Wiese bewegen. Es wurde wie eine Heuschrecke gehüpft, wie ein Käfer gekrabbelt und wie ein Schmetterling über die Wiese geflattert.
Mit allen Sinnen forschen
Dann war es endlich Zeit, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen. Ausgestattet mit Becherlupen und jeder Menge Forschergeist erkundeten die Kinder die Wiese im Klassenzimmer der Natur.
Das wechselhafte Septemberwetter und die kühlen Temperaturen machten die Suche diesmal etwas schwieriger. Zudem war die Wiese erst kurz zuvor gemäht worden, weshalb sich weniger kleine Wiesenbewohner zeigten. Der Freude am Forschen und Entdecken tat das jedoch keinen Abbruch: Mit großer Begeisterung wurde zwischen Gräsern und Pflanzen gesucht und jeder Fund genau unter die Lupe genommen.
Besonders häufig wurden Kurzfühlerschrecken (Caelifera) entdeckt. Aber auch Wespen, einzelne Langfühlerschrecken (Ensifera), Marienkäfer und Wolfspinnen (Lycosidae) sorgten für spannende Beobachtungen.
Zum Abschluss wurden die Funde gemeinsam betrachtet und besprochen. Dabei zeigte sich auch: Nicht jedes kleine Tier auf der Wiese ist ein Insekt. Die entdeckten Wolfspinnen boten eine gute Gelegenheit, gemeinsam die Unterschiede zwischen Insekten und Spinnentieren zu erforschen.
Gemeinsam forschen und Natur verstehen
Auch wenn sich aufgrund der Witterung und der frisch gemähten Wiese diesmal weniger Tiere zeigten, gab es für die Kinder viel zu entdecken. Mit großer Freude wurde gesucht, beobachtet und geforscht. So zeigte sich einmal mehr: Wer die Natur mit allen Sinnen erlebt, entwickelt Freude am Entdecken und lernt spielerisch, wie wichtig die Vielfalt unserer heimischen Lebensräume ist.
Das naturpädagogische Projekt „Insekten entdecken“ wird vom Land Niederösterreich und der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) finanziert. Die nationale Kofinanzierung erfolgt zum Teil durch den Naturpark Föhrenberge gemeinsam mit seinen 17 Naturpark- und Mitgliedsgemeinden. Die Umsetzung der Bildungsaktivität übernimmt der Landschaftspflegeverein im Auftrag des Naturparks Föhrenberge.