• Die Burgruine Mödling thront majestätisch über der sanften Hügellandschaft des Wienerwaldes. Umgeben von üppigem Grün und blühenden Wiesen, lädt die malerische Kulisse zu einem unvergesslichen Ausblick ein. Hier spürt man die Ruhe der Natur und die Geschichte, die in den alten Mauern lebendig wird.
    ©© Wienerwald Tourismus/Sascha Schernthaner

Eine Landschaft voller Geschichte(n)

Duftende Schwarzföhrenwälder, sonnenbeschienene Kalkfelsen und romantische Burgruinen – die Landschaft des Naturparks Föhrenberge begeistert seit Jahrhunderten. Was heute wie eine natürlich gewachsene Idylle wirkt, wurde über Generationen hinweg von Menschen geprägt und gestaltet. Fürsten, Kaiserinnen und Könige, berühmte Künstler:innen und engagierte Naturschützer:innen haben hier ihre Spuren hinterlassen. Begeben Sie sich auf eine Reise durch die bewegte Geschichte dieser besonderen Kulturlandschaft.

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    Fürst Liechtenstein erwirbt die Herrschaft Mödling
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    Josef Schöffel kämpft für den Wienerwald
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    Gründung des Naturparks Föhrenberge
Porträt von Fürst Johann I. von Liechtenstein
©LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna

Als Fürst Liechtenstein die Landschaft neu gestaltete

Die Geschichte der heutigen Föhrenberge ist eng mit Fürst Johann I. von Liechtenstein verbunden. Am 24. Dezember 1807 erwarb er die Herrschaft Burg Mödling, die Burg Liechtenstein und ausgedehnte Ländereien westlich von Mödling. Damit begann eine umfassende Umgestaltung der Landschaft.

Zu dieser Zeit waren viele Hänge kahl, felsig und von karger Vegetation bedeckt. Sie wurden vor allem als Weideflächen genutzt. Fürst Johann ließ die trockenen, verkarsteten Hänge aufforsten und zahlreiche Wege und Aussichtspunkte anlegen. Selbst Erde und Wasser mussten von Waldarbeitern auf die Höhen gebracht werden, um die jungen Bäume zu versorgen.

Besonders die charakteristischen Schwarzföhren prägen bis heute das Landschaftsbild. Mit ihren ausladenden Kronen, den dunklen Stämmen und ihrem unverwechselbaren Duft sind sie zum Wahrzeichen der Föhrenberge geworden.

Romantische Bauwerke zwischen Föhren und Felsen

Fürst Johann I. von Liechtenstein wollte nicht nur Wälder schaffen, sondern eine Landschaft, die zum Staunen und Verweilen einlädt. Inspiriert von der romantischen Landschaftsgestaltung seiner Zeit ließ er an markanten Aussichtspunkten Tempel, Türme und künstliche Ruinen errichten.

Zu den bekanntesten Bauwerken zählt der Husarentempel auf dem Kleinen Anninger. Ursprünglich als „Tempel des Kriegsruhms“ bezeichnet, gilt er als eines der ältesten Kriegerdenkmäler Österreichs. Auch der Schwarze Turm, das Amphitheater und die künstlichen Ruinen am Rauchkogel und Johannstein entstanden im Zuge dieser Landschaftsgestaltung.

Rund um die Burgruine Mödling entwickelte sich eine weitläufige Parklandschaft mit verschlungenen Wegen, einer Meierei und weiteren Gebäuden. Viele dieser historischen Spuren lassen sich bis heute bei einem Spaziergang durch den Naturpark entdecken.

„Ich wandle hier mit einem Stück Notenpapier in Bergen, Klüften und Tälern umher.“

Ludwig van Beethoven, über seine Aufenthalte in der Mödlinger Landschaft

Wo berühmte Künstler Inspiration fanden

Nicht nur Adel und Ausflugsgäste waren von den Föhrenbergen begeistert. Auch zahlreiche Künstler, Komponisten und Schriftsteller fanden hier Ruhe, Erholung und Inspiration.

Ludwig van Beethoven verbrachte wiederholt Zeit in Mödling und seiner Umgebung. Die Wälder, Täler und Felsen begleiteten ihn auf ausgedehnten Spaziergängen und inspirierten sein musikalisches Schaffen. Auch Franz Schubert, Richard Wagner, Hugo Wolf, Franz Schmidt, Arnold Schönberg und Anton Webern waren mit der Region verbunden.

Schriftsteller wie Franz Grillparzer, Ferdinand Raimund, Robert Musil und Anton Wildgans sowie Maler wie Ferdinand Georg Waldmüller, Friedrich Gauermann und Jakob Alt ließen sich von der Landschaft begeistern.

Die Föhrenberge waren damit nicht nur ein Ort der Erholung, sondern auch ein bedeutender Schauplatz österreichischer Kunst- und Kulturgeschichte.

Vom Kampf um den Wienerwald zum Naturpark

Im 19. Jahrhundert gerieten die Wälder rund um Wien zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Im Jahr 1870 plante der Staat, große Teile des Wienerwaldes zu verkaufen. Umfangreiche Abholzungen drohten.

Der Journalist Josef Schöffel setzte sich entschieden gegen diese Pläne ein. Mit seinen Veröffentlichungen machte er auf die drohende Zerstörung aufmerksam und trug maßgeblich dazu bei, den Verkauf und die geplanten Rodungen zu verhindern. Als „Retter des Wienerwaldes“ ging er in die Geschichte ein.

Sein Engagement steht bis heute sinnbildlich für den Schutz dieser wertvollen Landschaft.

1969 wurde der Naturpark Föhrenberge gegründet. Damit erhielt die Region einen besonderen Stellenwert als geschützte Kulturlandschaft und Erholungsraum.

Josef Schöffel
©Adolf Dauthage, 1879 | Wikimedia Commons

Eine wertvolle Kulturlandschaft – damals wie heute

Die Geschichte der Föhrenberge zeigt, wie eng Natur und Mensch miteinander verbunden sind. Über Jahrhunderte entstanden durch Beweidung, Forstwirtschaft und Landschaftsgestaltung vielfältige Lebensräume – von den charakteristischen Schwarzföhrenwäldern bis zu artenreichen Trockenrasen und sonnigen Wiesen.

Heute setzt sich der Naturpark Föhrenberge gemeinsam mit seinen Gemeinden, Partnerorganisationen und zahlreichen engagierten Menschen dafür ein, diese besonderen Lebensräume zu erhalten.

Denn die Föhrenberge sind weit mehr als ein geschichtsträchtiges Ausflugsziel: Sie sind eine lebendige Kulturlandschaft, deren Natur- und Kulturgeschichte auch in Zukunft bewahrt und weitergeschrieben wird.

Mehr über den Naturpark Föhrenberge

  • Die sanften Hügel des Naturparks Föhrenberge erstrahlen im warmen Licht der Abendsonne, während bunte Wildblumen das grüne Gras schmücken. Ein Gefühl von Ruhe und Freiheit durchzieht die Luft, perfekt für einen entspannten Sommerabend in der Natur.
    ©© Naturparke Niederösterreich/Robert Herbst

    Fakten zum Naturpark

  • Die sanften Hügel des Naturparks Föhrenberge erstrahlen im warmen Licht der Abendsonne, während bunte Wildblumen das grüne Gras schmücken. Ein Gefühl von Ruhe und Freiheit durchzieht die Luft, perfekt für einen entspannten Sommerabend in der Natur.
    ©© Naturparke Niederösterreich/Robert Herbst

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